Nürnberger engagieren sich für Frieden
NÜRNBERG/JAMAICA: WORLD PEACE CAPOEIRA
Es begann mit einer E-Mail ans andere Ende der Welt - und mündete in einem riesigen Kunst-Projekt für den Frieden.
In einem der ärmsten Viertel Kingstons haben Julian Vogel und Dennis Eckart mit einem Riesenwandbild bewiesen, dass Zusammenhalt und Engagement sich lohnen
Es begann mit einer E-Mail ans andere Ende der Welt. Als World Peace Walls Sprayer Julian Vogel im PRINZ Interview erzählte, er wolle in den Krisengebieten der Welt ein Zeichen für den Frieden setzen, dachte ein Redakteur sofort an Dennis Eckart, einen anderen Nürnberger, der in Kingston/Jamaica mit Capoeira Kindern eine Alternative zur Gewalt aufzeigt. Per Elektropost tauschten die beiden erste Gedanken für ein gemeinsames Projekt aus. Immerhin hatte Julian auch in Deutschland schon Graffiti-Workshops für Kinder geleitet. Dennis arbeitet jeden Tag mit Kindern, die bei ihm die afrobrasilianische Kampfkunst und Kultur des Capoeira erlernen - da lag es nahe, dass die beiden gebürtigen Nürnberger auch vor Ort in Kingston mit Kindern arbeiten wollten. Die Unicef sagte die Unterstützung mit Pinseln und Farbe zu, die Stiftung Children for a better World finanzierte in Zusammenarbeit mit der KMA in Berlin Julians Flug. Dennis führte Julian durch die ärmsten Viertel Kingstons, die trotz aller Gewalt gleichsam inspirierend und auf einzigartige Weise schön wirkten. Die beiden entschieden sich dafür, die 21 Meter lange Wand des Eastern Peace Centers in der Community Mountain View zu bemalen. Motto des Wandgemäldes sollte die jamaicanische Vision "Out of Many, One People" sein. Dazu die obligatorische Taube mit dem Ölzweig und ein Mensch, der sich aus der Faust der Gewalt befreit. Blumen und ein vitales Farbenmeer sollten die Schönheit der Insel repräsentieren. Das ganze Projekt wuchs von Tag zu Tag auf mehr Teilnehmer an. Zunächst malten nur Julian und zwei lokale Künstler, die bei Dennis Capoeira lernen. Bald darauf kamen ganze Schulklassen samt Lehrern, um ihrem Wunsch nach Frieden bildlich Ausdruck zu verleihen. Selbst der Hausmeister des Peace Centers und die Offiziellen der Community beteiligten sich. Schnell kamen so an die Fünfzig aktive Menschen zusammen, um sich klar erkennbar für ihre Gemeinschaft einzusetzen.
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