Das Model und der Krieg
Ein Gespräch mit... Sascha Rauscher
Seit 1988 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Genauso lange wie Ex-Popsternchen und Model Sascha Rauscher (23) auf der Welt ist. Er hat keinen Bock mehr auf Oberflächlichkeit. Jetzt plant er einen Spaziergang ins Krisengebiet...
Zu Fuß durch Afrika - Dir ist schon klar, dass das kein Spaziergang wird?
Einerseits ja, andererseits ist genau das mein Plan. Nur bei einem Spaziergang hat man Zeit, sich umzusehen, Eindrücke zu sammeln und etwas zu lernen. Ich bin keiner, der mit dem Rennrad oder im Joggingtempo durch Afrika hetzt, um ein Zeichen zu setzen.
Sondern, um Aufmerksamkeit für seine eigene Karriere zu bekommen...
Genau das höre ich seit Wochen ständig. Totaler Unsinn. Das Modeln habe ich komplett an den Nagel gehängt. Genau wie all die anderen Fantastereien. Popmusik, Mode, Nightlife - das bringt mir nichts. Ich bin froh, dass ich das endlich begriffen habe. Ich will mir selbst etwas aufbauen und habe mich vor ein paar Monaten selbstständig gemacht. Ich denke, die Aktion wird eine gute Schule für mich sein.
Was haben die Menschen in Afrika von dieser Aktion?
Wir werden ständig mit Bildern von hungernden Kindern konfrontiert, jeder kennt die SOS-Kinderdörfer aus dem Fernsehen. Und auch ich habe bereits Charity-Veranstaltungen für SOS mitorganisiert. Ich arbeite schon länger mit der Organisation zusammen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es nicht reicht, Geld dorthin zu schicken. Ich will mit diesen Menschen, die in den ärmsten Regionen zu Hause sind, leben. Ich will mit denen, die dort helfen, zusammen sein und mal mit anpacken. Deshalb führt mich meine Strecke ab Marokko von einem Kinderdorf zum nächsten. Die liegen jeweils etwa 60 Kilometer voneinander entfernt.
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